Klima & Energiesparen
Richtig Dämmen

Richtig Dämmen



Energie ist so kostspielig wie noch nie: Die wachsende Nachfrage auf den Weltmärkten und knapper werdende Rohstoffe haben den Ölpreis kräftig steigen lassen, sodass ein Liter Heizöl im Laufe der letzten drei Jahre um etwa die Hälfte teurer geworden ist. Hausbesitzer sollten deshalb schnell handeln und nicht nur ihr Budget, sondern auch die Umwelt durch eine optimale Wärmedämmung des Gebäudes entlasten.

Energiesparen lohnt sich: Investitionen in die energetische Sanierung eines Hauses amortisieren sich aufgrund der hohen Energiepreise relativ schnell. Hinzu kommen staatliche Fördermöglichkeiten aus dem Programm »Energieeffizient Sanieren« der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), die bis zu 15.000 € pro Wohneinheit betragen können. Hierzu ist die Einhaltung technischer Mindestanforderungen notwendig, die in ihrem Ergebnis den KfW-Effizienzhaus-Standard realisieren. Dazu zählen Maßnahmen der Wärmedämmung, die Erneuerung von Türen und Fenstern sowie der Einbau einer neuen Heizung.

Dach, Wände, Fenster und Türen - Energiesparen durch Wärmedämmung

Maßnahmen zur Wärmedämmung setzen in verschiedenen Bereichen des Hauses an. Je nach baulichen Gegebenheiten kommt eine Innen-, Außen- oder Kerndämmung in Betracht. Besonderes Augenmerk sollte dabei auf das Dach und die Außenwände gelegt werden, da hier mit Abstand der größte Energieverlust stattfindet. Durch die Aufbringung von hochwertigem Dämmmaterial wie Mineralwolle, Styropor, Polyesterfaservlies oder die Verwendung organischer Stoffe wie Holzfaserdämmplatten, Kork oder Stroh wird die Energiebilanz des Hauses maßgeblich verbessert.

Zur vollständigen Wärmedämmung gehört auch der Einbau moderner Isolierglasfenster. Wer auf eine dreifache Wärmeschutzverglasung setzt, ist technisch auf dem neuesten Stand und minimiert den Energieverlust im Bereich der Fenster um 85 %, verglichen mit einfacher Verglasung. Auch die Haustür sollte nicht vergessen werden: Empfehlenswert sind Energiespartüren mit dreifacher Dichtung, die zudem mit einem Windfang geschützt werden sollten. Die Montage von Fenstern und Türen sollte in jedem Fall durch einen Fachbetrieb erfolgen, da bei unsachgemäßem Einbau Wärmebrücken entstehen können, die den Spareffekt zunichtemachen.

Fußböden, Kellerdecken und Heizungsrohre

Auch die Dämmung von Fußböden und Kellerdecken trägt maßgeblich zum Energiesparen bei. Ob solche Maßnahmen im Einzelfall möglich sind, hängt von den baulichen Voraussetzungen ab, da das Anbringen einer Dämmschicht die Raumhöhe reduziert. Keinesfalls vergessen werden sollte die Dämmung von Heizungs- und Warmwasserrohren. Wer die Leitungen mit Rohrschalen aus Kautschuk oder Polyethylen verkleidet, kann je nach Länge der Rohre bis zu 25 % Energie sparen.

Wer schon lange im eigenen Haus lebt, ist nicht zwingend zur Durchführung von Dämmmaßnahmen verpflichtet. Anders sieht es bei Neubau, Besitzerwechsel oder Vermietung von Immobilien aus: In diesen Fällen regelt die seit 2009 gültige Energieeinsparverordnung (EnEV) die Anforderungen an den Wärmeschutz. Die EnEV enthält umfangreiche Vorgaben zum Primärenergieverbrauch von Wohngebäuden und zur Ausgestaltung der Heizung. Außerdem beinhaltet sie die Pflicht zur Erstellung eines Energieausweises, der Käufern oder Mietern vorgelegt werden muss.