Garten & Freizeit
Richtig Kompostieren

Richtig Kompostieren



Kompostieren ist keine Kunst!

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, welchen Aufwand (Biotonne rechtzeitig zur Abfuhr vor die Tür stellen) Sie betreiben, welche Probleme (Biomüll riecht, Madenbildung) und welche Nachteile (Gebührenanfall, Humus im Baumarkt kaufen und nach Hause schleppen) Sie haben, wenn Sie Ihren Biomüll mehr oder weniger gedankenlos in die städtische Biotonne werfen? Bietet es sich bei dieser Betrachtungsweise nicht geradezu an, den selbst produzierten Biomüll zu kompostieren?

Kompostieren ist eine ganz einfache Angelegenheit. Sie müssen nur die Abläufe kennen, den Rest erledigt die Natur von ganz alleine. Kaufen oder bauen Sie sich einen Kompostbehälter aus Holz oder kaufen Sie einen Schnellkomposter, das sind Kompostsilos aus Recycling-Kunststoff. Ideal sind Thermo-Komposter, die durch ihre Konzeption besonders viel Wärme erzeugen und halten. Wichtig ist, dass eine Luftzufuhr in das Behältnis möglich ist. Luft beschleunigt den Kompostiervorgang und be- und entlüftet das Material. Die Natur zersetzt organische Abfälle. Eine Vielzahl von Organismen zerkleinert das eingeführte Material. Sie können dies sogar fühlen. Unter optimalen Bedingungen erwärmt sich das Ausgangsmaterial. Wärme wiederum fördert die Organismen, diese beschleunigen den Umsetzungsprozess.

 

Der richtige Aufstellort

Der Kompostbehälter sollte auf einem halbschattigen, windgeschützten Platz aufgestellt werden. Setzen Sie ihn jedenfalls nicht der direkten Sonne aus. Sonne führt zu unangenehmen Gärungsprozessen. Achten Sie darauf, dass der Untergrund des Kompostplatzes nicht mit Beton oder sonstigem Material abgedichtet ist. Nur dann können die Bodenlebewesen ungehindert vom Boden in das Kompostsilo einwandern. Auch Feuchtigkeits- und Temperaturschwankungen sind durch den direkten Kontakt mit der Erde besser abgefedert. Allerdings sollten Sie zum Schutz gegen eindringende Ratten und Mäuse ein engmaschiges Drahtgeflecht auf den Boden legen.

 

Das richtige Material zum Kompostieren

Sie dürfen alle organischen Abfälle aus Küche und Garten auf den Kompost werfen. Entfernen Sie jedoch kranke Pflanzenteile. Sammeln Sie in der Küche die Kompostabfälle in einem separaten Abfalleimer. Entsorgen Sie den Eimer regelmäßig in den Kompost. Am Boden sollte eine Füllung aus grobem Material liegen, also Baumschnitt oder Heckenzweige, die für eine gute Lüftung von unten sorgen. Mischen Sie die Kompostierabfälle gut und in vielfältiger Zusammensetzung. Füllen Sie kein nasses Material (Rasenschnitt nach Regen) ein. Dann entsteht schnell Fäulnis.

Andererseits ist auch zu trockener Gartenabfall einseitig, da die Bodenlebewesen eine gewisse Feuchtigkeit bevorzugen. Gut ist also, wenn Sie feuchtes und trockenes Material ausgewogen vermengen. Feuchte Schichten können Sie mit etwas Steinmehl und trockene Schichten mit Algenkalk belegen. Beide Zusatzstoffe können Sie in unseren Baumärkten kaufen. Sie beeinflussen den Kompostiervorgang auch, wenn Sie Gartenerde immer wieder dazumischen. Auch bereits fertiger Kompost ist hilfreich. Nicht zuletzt gibt es im Baumarkt auch noch Kompostbeschleuniger, falls Sie es besonders eilig haben und die Aufnahmekapazität Ihres Komposters begrenzt ist.

 

Diese Fehler sollten Sie vermeiden

 Unhandliche Gartenabfälle (Baum- und Heckenschnitt) zerkleinern Sie besser mit dem Gartenhäcksler. Je kleiner das eingefüllte Material ist, desto schneller wird es im Kompostbehälter in Humus umgesetzt. Zerkleinern Sie andere große Stücke mit dem Spaten.

Achten Sie darauf, dass Sie kein Glas, Metall, Steine, Plastikteile, Knochen oder Fleischreste, samentragende Unkräuter oder farbiges Zeitungspapier einfüllen. Schalen von Zitrusfrüchten und Bananen sollten Sie wegen der Pilzbehandlungsmittel nicht verwenden. Eierschalen zersetzen sich nur sehr langsam sollten deshalb gut zerkleinert eingemischt werden. Gekochte Essensreste locken vor allem Ratten an. Steinkohlenasche gehört wegen der hohen Schwermetallgehalte nicht den Kompost. Holzkohlenasche sollte nicht übermäßig eingeführt werden.