Garten & Freizeit
Gartenpflege im Sommer

Gartenpflege im Sommer



Obwohl der August für viele die typische Erntezeit ist, bietet er gleichzeitig einen guten Zeitpunkt, um neue Pflanzen zu säen. Ganz gleich ob es sich bei Ihrem Garten um einen Nutzgarten handelt oder die Optik an erster Stelle steht, Sie können schon jetzt erste Vorbereitungen für die kältere Jahreszeit treffen. Welche Gartenarbeiten Sie im August, neben regelmäßigem Gießen und dem Entfernen von verwelkten Blüten, ausführen können und sollten, haben wir für Sie zusammengefasst.

 

 

Aussäen & Anpflanzen

Besonders gut geeignet für eine späte Einsaat ist der Zuckerhut. Er verträgt Temperaturen bis ca. -7°C und geht auch im August noch sehr gut an. Säen Sie ihn in 40 cm Abstand in der Reihe aus oder verwenden Sie vorgezogene Setzlinge.

Das Zichoriengewächs ist bescheiden und benötigt nur eine leichte Düngung sowie die gelegentliche Auflockerung des Bodens. Wenn es noch oft sehr heiß ist, sollten Sie die Pflanzen ausreichend wässern. Im Oktober und November können Sie den Salat dann ernten – eine spätere Ernte mildert den leicht bitteren Geschmack der Blätter.

Auch Endivien lassen sich nach diesem Prinzip setzen und sind, neben Feldsalat, Spinat und Mangold, sehr gut für die Herbsternte geeignet.
Bestücken Sie Ihren Kräutergarten noch einmal frisch mit Petersilie, Dill und Kerbel.

Für immergrüne Laubgehölze, wie Kirschlorbeer, Kriechspindel oder Buchsbaum, ist der Spätsommer die ideale Pflanzzeit. Vor dem Winter können sie so noch gut anwachsen. Achten Sie darauf, dass der Wurzelballen ausreichend Platz im Pflanzloch hat und Sie die Sträucher anschließend kräftig angießen. Größere Bäume und Sträucher sollten an der Westseite mit einer Stütze vor Wind geschützt und stabilisiert werden.

Wenn Sie sich auch im Herbst noch an Ihren Blumen erfreuen möchten, ist jetzt die Zeit dafür, um z. B. Herbst-Krokusse, Herbst-Astern oder Steppenkerzen zu pflanzen.

Steppenkerzen vertragen die volle Sonne und wachsen am besten auf sandigen, trockenen Böden. Heben Sie für diese ausgefallene Pflanze ein 20 bis 30 cm tiefes Loch aus, füllen es zur Hälfte mit Sand und geben die Knolle hinein. Füllen Sie anschließend das Pflanzloch mit lockerer Erde. Die voluminösen Blüten lenken sehr dekorativ von so mancher kahlen Stelle ab.

Im August angepflanzte Herbst-Astern entwickeln ihre Blütenpracht bis zum ersten Frost. Besonders mögen sie einen nahrhaften Boden und einen sonnigen Standort.
Herbst-Krokusse sollten Sie bis spätestens Anfang September aussäen, weil Sie entgegen anderer Krokusse schon im Oktober blühen. Setzen Sie am besten kleine Gruppen aus sechs bis zehn Knollen ca. 8 cm tief in humusreiche, nicht zu trockene Erde.

Madonnenlilien benötigen eine längere Entwicklungszeit. Damit sie im Frühjahr blühen, sollten Sie die Zwiebeln bereits im August einpflanzen. Da die Pflanze viele Nährstoffe benötigt, düngen Sie den Boden gut mit Kompost und suchen einen ausgesprochen durchlässigen Standort für sie aus.

 

 

Hecken und Pflanzen zurück schneiden

Soweit Sie im Frühjahr keinen Gehölzschnitt an Apfel, Birne, Kirsche und Beerenobst vorgenommen haben, ist jetzt der richtige Zeitpunkt dafür. Der Gehölzschnitt dient den Bäumen und Sträuchern in ihren verschiedenen Lebensstadien zur Anregung des Wachstums nach dem Pflanzen, zur Förderung der Blütenentwicklung und des Fruchtansatzes und zur Verjüngung. Ohne regelmäßigen Schnitt verwildern viele Pflanzen, nehmen zu viel Platz in Anspruch oder sehen einfach ungepflegt aus. Trockene Zweige und tote Äste sind Schwachstellen an den Pflanzen, die Krankheiten und Parasiten begünstigen können.
Stark wachsende, immergrüne und sommergrüne Hecken können Sie bis Mitte August ein zweites Mal in Form bringen. Dazu gehören u. a. der Lebensbaum sowie Hain- und Rotbuchen.

Auch der Lavendel ist inzwischen weitgehend verblüht und benötigt einen leichten Rückschnitt. Dafür schneiden Sie einfach alle Triebe der Pflanze um etwa ein Drittel zurück. Sie vermeiden dadurch, dass die Zwergsträucher unnötige Energie in die Samenbildung stecken.

 

 

Kompostieren

Einen Kompost anzulegen hat gleich mehrere Vorteile: Sie können dadurch Ihren Boden verbessern, Geld sparen und die Umwelt schonen. Durch die optimale Versorgung mit Nährstoffen sorgen Sie bei der Verwendung von Kompost für ein gesundes Pflanzenwachstum. Sie müssen außerdem weniger Erde und Dünger kaufen, sowie weniger Biomüll entsorgen.

Kompostierung findet in der Natur permanent statt. Organische Materialien wie Garten- und Küchenabfälle werden mit Hilfe von Würmern, Bakterien und Pilzen in Humus verwandelt. Zum Beispiel werden abgestorbene Pflanzenteile durch die Mikroorganismen und Tiere zersetzt und geben dabei Nährstoffe an den Boden ab.

Da wir in unseren Gärten in diese Vorgänge eingreifen, müssen wir dem Boden wieder Nährstoffe zuführen. Dafür ist das Kompostieren ideal geeignet.
Mit einem stinkenden Misthaufen hat ein Kompost nichts zu tun, sofern Sie ihn nicht als Mülleimer für organische Abfälle benutzen. Tierische Küchenabfälle wie Käse, Wurst und Fleisch gehören nicht auf Ihren Kompost - diese locken zudem Ratten und Mäuse an. Windeln, Katzenstreu und Staubsaugerbeutel haben auf dem Kompost genauso wenig etwas zu suchen, wie alle nicht kompostierbaren Abfälle. Dazu gehören z. B. Steine, Glas-, Metall- und Kunststoffteile, sowie Textilien.

Ob Sie einen einfachen Holzkomposter oder einen Thermokomposter bevorzugen, ist Ihnen überlassen. In jedem Fall sollten Sie eine ausreichende Größe wählen, die zu Ihrem Garten und dessen Beschaffenheit passt. Denken Sie auch an den Schutz vor Ungeziefer.
Ihr Kompost sollte einen windgeschützten und vorzugsweise halbschattigen bis schattigen Standort haben. Von Vorteil ist es, wenn er bei Regen nicht von Nässe durchtränkt wird. Die Mikroorganismen mögen ein ausgeglichenes Klima und extreme Witterungen können die biologischen Prozesse stören.
Ihr Kompostplatz sollte bequem erreichbar sein und nicht zu weit vom Haus entfernt liegen. Rankgitter, Ziersträucher oder eine Hecke dienen gleichermaßen als Wind- und Sichtschutz.

Der Untergrund am Aufstellort sollte zunächst aufgelockert werden und keinesfalls mit Beton oder sonstigen Materialien abgedeckt sein. Dies kann Staunässe und Fäulnis begünstigen und die wichtige Zuwanderung von Bodenlebewesen verhindern.

Baum- und Heckenschnitt sind ideal für die unterste Schicht geeignet, da die Belüftung besonders wichtig ist. Darüber können Sie dichteres Material legen, welches eine bessere Angriffsfläche bietet. Ihr Komposthaufen sollte möglichst abwechslungsreich und luftig aufgeschichtet werden. Die Zutaten sollten gemischt und nicht geschichtet werden. Um die Kompostierung zu begünstigen, können Sie beim Befüllen dünnere Lagen Erde und zerkleinerte Zweige oder Stroh einstreuen.

Wildkräuter sollten Sie nur ohne Samenstand kompostieren und problematische Unkräuter sowie kranke Pflanzenteile nicht zum Kompost hinzugeben. Sinnvoll ist die Ergänzung mit einigen Schaufeln eines bereits verrotteten Kompostes. Den Verrottungsprozess können Sie durch Beigabe von Brennnesseln und Beinwell zusätzlich beschleunigen.

Mischen Sie den Kompost zwei Mal im Jahr durch und schichten ihn um. Die Reifedauer bis zur Verrottung zu Komposterde ist abhängig von den verwendeten Materialien und den äußeren Bedingungen. Wird der Prozess durch zu viel Nässe oder Austrocknung beeinträchtigt, setzt man den Kompost neu auf und mischt trockenes Material bei bzw. feuchtet ihn an oder fügt feuchte Grünmasse hinzu. Hierbei wird jeweils das Innere nach außen befördert und umgekehrt.
Der Kompost ist gut, wenn er sich der natürlichen Bodenwärme angepasst hat, einen angenehmen Geruch hat und kaum noch Bodenlebewesen sichtbar sind. Nehmen Sie eine Kompostprobe in die Hand und drücken Sie diese in der Faust zusammen. Zwischen den Fingern dürfen nur kleine Wassertröpfchen entstehen.

Benutzen Sie Frischkompost zur Bodenverbesserung oder zum Mulchen - die ursprünglichen Produkte können Sie dabei noch erkennen.
Reifekompost, also fertige Erde, mischen Sie mit etwa der zehnfachen Menge bereits benutzter Erde und verwenden diese in Beeten, Blumentöpfen oder dem Gewächshaus.

Naturgemäß fallen im Herbst besonders viele Rohstoffe an, weshalb dieser Zeitpunkt sehr günstig ist, um einen Kompost aufzusetzen. Mit Herbstlaub und den über den Sommer angefallenen Küchen- und Gartenabfällen hat man bereits die besten Stoffe für einen guten Kompost zusammen. Im Frühjahr können Sie die so gewonnene Erde dann im Garten verteilen und die neu anfallenden Rohstoffe sorgen für die Nährstoffnachlieferung im Sommer.

 

 

Unkraut entfernen

Gegen lästige Brennnesseln, Löwenzahn und Giersch hilft vor allem eins: regelmäßiges Jäten. Zumindest die Blütenköpfe sollten Sie abschneiden, wenn dazu mal keine Zeit ist, damit sich die Samen erst gar nicht entwickeln. Nebenbei ist das Jäten auch die umweltfreundlichste Art, die unerwünschten Störenfriede los zu werden. Die wuchsstarken Pflanzen rauben Stauden, Blumen und anderen Arten Wasser, Nährstoffe und Licht, wodurch sie im Wachstum gebremst werden.
Nach dem Regen lassen sich viele Unkrautarten sogar ohne Hilfsmittel herausziehen. Mit der Gartenkralle und anderen Werkzeugen können Sie trockene Erde gut auflockern und das Wildkraut anschließend leichter entfernen.

Bestimmte Pflanzenarten sind besonders hartnäckig und lassen sich nur sehr mühsam dauerhaft den Garaus machen – da kommt schnell der Gedanke an chemische Unkrautvernichter auf. Dies sollte Ihr letzte Ausweg sein und nur direkt auf der Pflanze angewendet werden. Greifen Sie, Umwelt und Gesundheit zuliebe, besser auf biologische Mittel zurück.

Doch so manches Hausmittel ist gesetzlich verboten! Darunter zählen vor allem Salz und Essig, da die Konzentration im Boden zu hoch wird und nur sehr langsam wieder abgebaut werden kann. Mit kochendem Wasser hingegen wird der empfindliche Organismus der Pflanze wirkungsvoll und ohne Umweltbelastung zerstört.

Vielleicht gelingt es Ihnen auch die Wildkräuter einmal von der anderen Seite zu betrachten: Nicht nur Brennnesseln haben eine blutreinigende Wirkung und helfen bei Magen- und Darmproblemen. Auch Giersch ist längst nicht überall verpönt, sondern vielmehr als leckeres Gemüse, welches an Spinat und Petersilie erinnert, auch für seine positiven Eigenschaften geschätzt: Gicht, Ischias, Rheuma und Übergewicht sind bekannte Anwendungsgebiete.

Gerne beraten wir Sie auch persönlich in Ihrem BayWa Bau- und Gartenmarkt.